"Die Irren von Valencia" war das neue Projekt 2011 der LAG Spiel e.V. unter der Leitung von Gunhild Walter in Kooperation mit der Interrnationalen Bildungsstätte Scheersberg.
Die Schauspieler
Fotos von der Demiere in der Bootshalle in Sörupholz am 05.08.2010 (G.Hübsch)
Sommertheater 2011!

Als Lope de Vega in Valencia in der Verbannung lebte, hat er das dortige berühmte Irrenhaus kennen gelernt, das er auch zum Schauplatz einiger Szenen seines Romans "El Peregrino en su patria" gemacht hat. Die Wirklichkeit dieses Ortes wird aber in der Komödie "Die Irren von Valencia" vor allem als Spielort benutzt. Die barocke Auffassung, dass alles Sein nur Schein ist, erfährt hier ihre komische und handfeste Bestätigung.

DIE IRREN VON VALENCIA”

Lope de Vega

Die Irren von Valencia ist ein köstlich rasantes und unterhaltsames Stück.

Seine Handlung lässt sich am besten mit den Worten des Irrenarztes charakterisieren:

„Ganz Ungeheuerliches ist geschehen…

Da wird ja selbst ein Irrenarzt verrückt!“

Wenn ein Irrenhaus zum Fluchtort wird vor den Irrungen der Welt, wenn das

„Normale“ plötzlich ganz „irre“ Züge zeigt und wenn vor allem die Liebe so

vehement und blitzartig eingeschlagen hat, dass man darüber so verwirrt ist, das

man zwischen Vernunft und Wahn nicht mehr recht zu unterscheiden weiß, dann

befindet man sich nicht etwa in „Einer flog über´s Kuckucksnest“, sondern in der

herrlichen Komödie „Die Irren von Valencia“ des spanischen Dichters Lope de Vega

(1562-1635). Schon Grillparzer hatte über ihn geschrieben, dass dieser Theaterautor

„an Naturwahrheit, künstlerischer Empfindung und Darstellungsgabe kaum seines

Gleichen habe.“

Inhalt

Der junge Edelmann Don Floriano tötet, vor dem Haus einer „Dame“ namens Celia,

in einem Duell den spanischen Kronprinzen und flieht in seiner Not nach Valencia

zu seinem Blutsbruder und innigsten Freund Don Valerio. Dieser sieht nur einen

Ausweg um Floriano vor den Häschern und Rächern des Königs zu schützen. Er

überredet Floriano „ Den Verrückten“ zu spielen und in das Irrenhaus von Valencia

zu flüchten. Dort glaubt sich Floriano in Sicherheit und mimt den Irren. Fast

zeitgleich flieht die junge Edeldame Dona Erífila mit Ihrem Geliebten, dem Diener

Leonato von Ihrem Elternhaus, um einer erzwungenen Ehe zu entkommen, gerät

durch Streit und Eifersucht in eine missliche Lage, wird von Pisano, dem Pförtner

der Anstalt ergriffen, für verwirrt gehalten und ins Irrenhaus gesperrt. Nun trifft

Amors Pfeil nicht nur die beiden edlen „Schein-Irren“, sondern es beginnt ein

kunterbunter, wirrer Reigen. Das turbulente Liebeskarussell beginnt sich zu drehen

und dabei werden Laida die Magd des Hauses, der Pförtner Pisano, Dona Fedra

Valerios Braut, Valerio selbst, Leonato und sogar die Irren in den Wahn der Liebe

hinab gesogen, wobei niemand mehr weiß ob der oder die Geliebte „verrückt“ oder

„normal“ ist. Kuriose Autoritäten wie der Verwalter des Hauses, der Irrenarzt und

der Pförtner tragen noch mehr zum Verwirrspiel bei. Zum Schluss wird alles

nochmal ganz anders, denn ein Fremder tritt auf und dessen Erscheinen stellt alles

bisherige auf den Kopf. Schein oder Sein, das ist hier die Frage!

Floriano

Was zögere ich? Wenn mein Glück im Wahnsinn liegt, was soll ich noch mit meinem Verstand?

Lope de Vega "Die Irren von Valencia" ca. 1600

Theatertorunee 29.07. bis 05.08 2011 - Scheersberg - Sörup