Schauspiel als Katalysator für den Dialog der Generationen

Schauspiel als pädagogisches Konzept

Eine sommerintensiv Werkstatt für Teilnehmer/Innen aus dem Bundesgebiet in Zusammenarbeit mit Eltern, Großeltern, Praktikanten, Vereinen, Firmen, der LAG Spiel und der IBS Jugendhof Scheersberg

projektiert von der

LAG Spiel e.V. in S.-H. -Gunhild Walter, Folke Witten

Nübelfeld 58 - 24972 Quern

1. Projektbeschreibung und Ziele

1.1. Ein soziales Gesamtkunstwerk

1.1.0. Die Rolle der Schauspielarbeit

1.1.1. Inhaltliche Ausrichtung

1.2. Das Projekt

1.3. Leitthema

1.4. Die soziale Wirkung der Schauspielarbeit

1.5. Ausgangspunkt

1.6. Ziel

1.7. Wirkung

2. Realisation

2.1. Zeitplan


3. Schauspielpädagogisches Konzept

3.1. Schauspielarbeit als Katalysator

3.2. Interdisziplinäre Zugänge

3.3. Ziele

3.4. Die Theaterarbeit

3.5. Vom Training zum Theaterstück

3.6. Wirkungen

3.7. Ausblick

4. Selbstdarstellung

4.1. Prämisse

4.2. Vernetzung

4.3. Konzept

Wir über uns

Wie ist die Meinung von Eltern:

Was sagen jugendliche Teilnehmer:

Wie ist die Resonanz von Zuschauern:

Ein soziales Gesamtkunstwerk

Das Sommertheater ist ein mobiles Kulturfest im ländlichen Raum mit dem Ziel eines gelebten Dialoges, des Austausches und der Vernetzung der Generationen. Die Synthese von Schauspiel und Festkultur zur Erarbeitung einer neuen gesellschaftlichen Perspektive für das Zusammenleben der Generationen statt eines Nebeneinanders, ist das innovative und modellhafte dieses Konzeptes. Fünfzig Mitwirkende werden für ein halbes Jahr zu einem großen Theater und Kulturbetrieb, der im Sommer 10 Tage lang verschiedene Spielorte in Schleswig- Holstein als Gesamtkunstwerk gestaltet und bespielt mit erwarteten 1000 Gästen.

Die Rolle der Schauspielarbeit

Das Potential eines spezifischen Konzeptes von Schauspielarbeit soll ausgeschöpft werden, um ein schöpferisches Handeln und Denken zu inspirieren, aus dem heraus alte Barrieren und Berührungsängste zwischen den Generationen überwunden werden. Es ist Dialog stiftend und in seiner Ausrichtung integrativ, es bereitet den Platz um individuelle Fähigkeiten in einem großen Team zu entfalten.

Die Theaterproduktionen sind gemeinsames Ziel. Sie bündelt das jeweilige Projekt inhaltlich und organisatorisch.

Das durch den Oberbegriff Theater zusammengeführte Leben und zusammen arbeiten der Generationen innerhalb der Projektphase inspiriert einen öffentlichen Dialog, der über das Fest hinaus via Internet und Webforum unter den Seiten der "Thezeit" weiter geführt werden kann.

Inhaltliche Ausrichtung

Das Projekt ist ein schöpferischer und gelebter Dialog über die Frage: Wie wollen wir zusammen leben? Die Suche nach dem Menschlichen im Menschen.

In der Mitte steht das Schauspiel, die schöpferische Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Menschseins. Daran anschließend finden in einem gestalteten Rahmen der lebendige Austausch und eine gelebte Zusammenarbeit statt. Der gesamte Prozess der Vorbereitung, Gestaltung und der Durchführung des Festes ist die integrative und schöpferische Gestaltung eines Gesamtkunstwerkes.

Es entsteht ein positiver Gegenentwurf zu bedenklichen gesellschaftlichen Entwicklungen, wie z.B.: Ausgrenzung, Isolierung, Vereinsamung, Gewalt und Intoleranz .

Ziel ist die Erschaffung eines Raumes für das Erleben von Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Modell für die gelebte Integration gesellschaftlicher Vielfältigkeit, vor allem aber für einen Dialog und schöpferischen Prozess über die Frage was das Menschsein eigentlich ausmacht. Darin besteht aus unserer Sicht die Grundvorrausetzung um Handlungsstrategien und Lebensentwürfe zu gestalten.

Das Projekt

ist mobil und gastiert an verschiedenen Orten in Schleswig- Holstein.

Ein generationenübergreifendes Team begegnet Orten und Menschen in Schleswig- Holstein. Gespielt wird auch im 3. Jahr Shakespeare zur späten Stunde unter freiem Himmel.

Jeder Ort wird entsprechend seiner Charakteristik künstlerisch und ästhetisch gestaltet. Es gibt ein Rahmenprogramm für Jung und Alt, indem das Leitthema des Projektes immer wieder aufgegriffen wird.

Leitthema

Das jeweilige Stück ist Titel und Motto.

Das mobile Theater- Kunst- und Kulturfest möchte bewegendes Schauspiel und Bewegung in den Herzen und Köpfen für neue Perspektiven im gesellschaftlichen Miteinander. Dabei werden Methoden aus der Schauspielarbeit für das alltägliche Miteinander nutzbar gemacht.

Die soziale Wirkung der Schauspielarbeit

Ziel ist eine erweiterte Form des Dialoges, der sich die Schauspielkunst und ihre vielfältigen Möglichkeiten zu nutze macht, um das Leben abzubilden und zu untersuchen. Um seine Befunde und Ergebnisse offen „darzuspielen“, für Jedermanfrau, erlebbar, spürbar und erkennbar zu machen.

Schauspiel in seinem ursprünglichen Sinne hat die Funktion die Polis zu sein, der öffentliche Raum aller Menschen. Schauspiel ist die Basiskultur.

Wir verstehen Schauspielarbeit als Integrationsmethode, als Möglichkeit einer anderen ganzheitlichen Diskussion. Standpunkte, Verhaltensstrategien, Handlungsmuster werden auf der Bühne auf ihre „Wahrhaftigkeit“, Authentizität und Tauglichkeit hin geprüft.

Vorraussetzung für authentisches Handeln auf der Bühne ist die Entdeckung des inneren Spielers oder inneren Kindes, und damit der unmittelbare Zugriff auf die eigene schöpferische Kreativität. Damit verbunden ist die Schulung, bzw. Freilegung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit. Die Chance und Freiheit besteht darin auf der Bühne über sich selbst hinaus zu kommunizieren, andere Sichtweisen von innen zu erleben.

So besteht die Möglichkeit einer gelebten Überprüfung von Standpunkten und Ansichten, in einem gemeinsamen und vor allem schöpferischen Arbeitsprozess..

Dieses zeitlich befristete Modell mit dem klaren Ziel in einen Prozess hineinzuführen, der jeden Teilnehmer fordert und auch an Grenzen heranführt, bietet die Chance sich selbst, seine Fähigkeiten und sein schöpferisches Potential zu entfalten, und daran zu wachsen.


Ausgangspunkt

Wenn Kinder und Jugendliche die Minderheit zu werden drohen, und Familien mit Kindern eine Ausnahme, zeugt das von dem Unbehagen einer Gesellschaft vor sich selbst. Die Menschen unterschiedlichen Alters werden bestimmten mehr oder weniger voneinander getrennten Gesellschaftlichen Biotopen und Einrichtungen zugeordnet und oft voneinander isoliert, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Pflegeheimen, Psychiatrien, Gefängnisse, Behinderteneinrichtungen und Seniorenheimen.

Das zunehmende Nichtwissen, bzw. vor allem nicht Erleben voneinander führt in eine verzehrte Wahrnehmung von dem was das Menschsein und eine funktionierende Gesellschaft ausmacht. Verstärkt wird dies durch die mediale Vereinnahmung und Verbildlichung von scheinbaren Leitbildern.

Aus der langjährigen Schauspielarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Senioren, Auszubildenden, Hochbegabten und Behinderten, hat sich ein Netzwerk aus Eltern, Großeltern, Freunden, Vereinen und sozialen Einrichtungen in Schleswig- Holstein entwickelt, aus dem heraus organisch die Idee für dieses Sommerfest, als Gegenentwurf zu den oben beschriebenen Entwicklungen, entstanden ist.

Langfristig soll aus diesem Fest ein Festival erwachsen, dennoch soll die Größenordnung überschaubar bleiben, damit tatsächliche Begegnung zelebriert werden kann.

Ziel

Das Modell „Kulturfest der Generationen“ ist eine gelebte Utopie, in der Hoffnung einen Stein ins Rollen zu bringen, indem das voneinander Wissen, das Anerkennen und das Wahrnehmen dessen was ist, als ein Schlüssel für das Zusammenleben angesehen wird.

Künstlerisch wird die Fragestellung: Wie können wir miteinander leben, wie wollen wir miteinander leben, was wollen wir eigentlich als Menschen. Was ist unser Ziel? bearbeitet, und gleichzeitig mit dem Fest als Gesamtkunstwerk ein positiver Vorschlag gemacht.

Das Kulturfest ist somit weit mehr als ein Theaterprojekt, sondern ein Prozess um die Strukturen einer gemeinsamen Lebens- und Festkultur modellhaft neu zu denken und zu erschaffen.

Ein Interesse daran zu entwickeln das Leben bewusst in seiner Ganzheit wahr zu nehmen und zu gestalten, als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung

Wirkung

Dieses Projekt möchte ein modellhaftes innovatives Kulturfest im ländlichen Raum als ein soziales Kunstwerk etablieren.

· Jugendliche, Eltern, Großeltern, Vereine, Firmen inszenieren und praktizieren den Dialog zwischen den Generationen mit Hilfe und durch eine Theatertour, eines Sommer - Kulturfestes an verschiedenen Spielorten in Schleswig - Holstein, die unterschiedliche gesellschaftliche und soziale Milieus repräsentieren, mit dem Ziel der Sensibilisierungen für gesellschaftliche, politische, soziologische und kulturelle Fragen in einem bestimmten sozialen Umfeld, für die Vielfältigkeit von Lebensstrategien

  • Heranführung an die künstlerische Auseinandersetzung mit Themen von gesellschaftspolitischer Relevanz
  • Erleben von Möglichkeiten des Generationen und Bildungsschichten übergreifenden Dialoges
  • Erleben von individuellen und kollektiven Gestaltungsmöglichkeiten in kreativen und organisatorischen Prozessen
  • Abbau von Vorurteilen zwischen den Generationen, Bildungs- und Einkommensschichten
  • Eines Korrektiv zur angeblichen Politikverdrossenheit, Null- Bock bzw. Ohnmacht und Resignation von Jugendlichen und Erwachsenen
  • Die Etablierung und dem Ausbau eines innovativen Kulturkonzeptes im ländlichen Raum
  • Der Basisarbeit für eine Kultur des Zuhörens, Zuschauens und Gestaltens
  • Grundlagen gewaltfreien Handelns und Denkens durch die Schulung von Konfliktmanagement und Kommunikationsbereitschaft
  • Berufsvorbereitung durch die Stärkung organisatorischer, sozialer und kultureller Schlüsselkompetenzen in einem großen Team, Grundlagenvermittlung für strukturiertes, planvolles, kreatives und Zielorientiertes Handeln

Start: Januar bis Ende: August eines jeden Jahres

Besetzung:

2 - 3 Dozenten / 16 Spieler /2 Praktikanten /30 ehrenamtliche Helfer

Zeitplan:

1 Vorbereitungstag im Januar

2 Vorbereitungs- und Probe Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag /Februar und Mai

10 Tage Produktion im Juli

1 Organisation- und Logistiktag

10 Tage Tour Juli /August

1 Tag Abbau, Rückbringung Requisiten, Reinigung, Aufräum- und Auswertung

Unterbringung und Versorgung

16 Spieler, Dozenten, Praktikanten benötigen Unterkunft und Verpflegung, ehrenamtliche Helfer Fahrtkosten oder entsprechende Aufwandsentschädigungen,

10 Gruppenleiter der ehrenamtlichen Arbeitsteams benötigen Unterkunft und Verpflegung an den beiden Vorbereitungs - Wochenenden.

Schauspiel als Katalysator

Die Schauspielarbeit hat über ihre inhaltliche Konzeption hinaus ein Ziel, nämlich die Aufführung vor einem Publikum, und sie besitzt eine klare Struktur, die das Erreichen dieses Zieles organisatorisch und inhaltlich gewährleistet.

Das Medium Schauspiel wird hier als ganzheitliche Methode verstanden um sich folgenden Fragen und Themen anzunähren

  • Ausgangspunkt für das eigene Wollen ist die eigene Identität, die über die Schauspielarbeit neu und anders entdeckt werden kann
  • die grundlegende Frage: Wer bin ich, wer möchte ich sein, wie möchte ich sein als Grundlage gesellschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten
  • Erkundung und Bewusstsein schaffen für das Spezifische einer Altersgruppe und des Jugendlich- sein, die Merkmale und Besonderheiten, die an ein spezifisches Alter gebunden sind, dass einen von anderen Altersgruppen unterscheidet. Daraus leitet sich die Frage ab:
  • Wie können Menschen aller Altersgruppen miteinander leben. Was wollen Jugendliche und was wollen Erwachsene, Kinder und Senioren, und wie lässt sich das miteinander verbinden.
  • Was wissen wir eigentlich voneinander, wann reden wir und wie reden wir miteinander? Was tut man wie und wann miteinander, wie funktioniert dieses miteinander?
  • Wie funktioniert es in den unterschiedlichen Milieus und Sprachenmodifikationen? Mit Theater spezifischen Methoden wird das Funktionieren, bzw. Nichtfunktionieren des Dialoges in einer Altersgruppe und des Generationenübergreifenden Dialogs untersucht. Das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven und Rollen erzeugt ein neues und tieferes Verständnis von Handlungsmustern und Kommunikation. Erlebt wird, das Kommunikation und Dialog, den Menschen in seiner Ganzheit also Körper, Seele und Geist betreffen.

Interdisziplinäre Zugänge

Es kann über diese Theaterarbeit als Schlüsseldisziplin verschiedener Künste der Zugang zu kreativen Ausdrucksmöglichkeiten vermittelt werden.

z.B.:

  • Musik und Komposition,
  • Literatur,
  • kreatives Schreiben,
  • Bühnengestaltung,
  • Hörspiel,
  • Kostümgestaltung,
  • Maskenbau,
  • Fotographie und Werbegestaltung,
  • Film

Innerhalb der LAG Spiel und Theater wird seit Jahren erfolgreich ein solches Konzept in Verbindung mit professionellen Mitarbeitern aus den genannten Bereichen in der Jugendtheaterarbeit umgesetzt und ständig weiter entwickelt.

Ausgangspunkt für unser Projekt ist zunächst ein Grundkurs „Theater“ , der nach den langjährigen Erfahrungen in der Kursarbeit mit Kindern und Jugendlichen erfolgreich kreative und soziale Schlüsselqualifikationen vermitteln kann.

Wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes ist die Einbindung von Künstlern mit entsprechender kulturpädagogischer oder pädagogischer Zusatzqualifikation um eine Schnittstelle zwischen Schule, Ausbildung, Beruf und Kunst/Kultur zu erschaffen.

Unsere Ziele bestehen darin:
  • durch künstlerische Aktivitäten Gewalt, Rassismus und Intoleranz entgegenzuwirken und zur kulturellen Integration der Jugend bei zutragen.

  • Jugendliche durch Kunst und Kreativität in ihrer Persönlichkeit, ihrem Selbstbewusstsein und ihren sozialen Kompetenzen zu fördern

  • die Persönlichkeit eines jeden Jugendlichen zu entfalten, seine Kreativität und künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu fördern.
  • Insbesondere sozial benachteiligten jugendlichen einen Zugang zur Kunst eröffnen und Vielfalt als Bereicherung einer Gemeinschaft erfahrbar zu machen.

  • Wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist das gemeinsame Erleben und Reflektieren von Kultur (Theater, Kunst, Film) vor allem aber auch Theater- Aufführungen zu organisieren.

  • Schulabgänger und Schüler dürfen erfahren, dass es sich in vielfacher Hinsicht lohnt sich kulturell und gesellschaftlich zu engagieren
  • Ein neues Theater soll sich als Lebensraum und kulturelles langfristig in der Region etablieren

Die Theaterarbeit

Mit altersgerechten Methoden vermittelt die Theaterarbeit den Kindern und Jugendlichen das Handwerkszeug und den Spaß am Theater, mit den ihnen ureigen zur Verfügung stehenden persönlichen Mitteln:

· Körpersprache
· Stimme
· Präsenz im Raum
· Spielfreude
· Vorstellungskraft
· Phantasie

Elemente der Theaterarbeit

  • Körperarbeit
  • ·Stimmtraining
  • die Arbeit an einer Rolle
  • das Experimentieren mit einer Lieblingsfigur und
  • die szenische Improvisation

Improvisation bedeutet in der praktischen Umsetzung sich spontan auf beliebige Situationen einstellen zu können und sich individuell und authentisch mit der Umgebung auseinander zu setzen.

Die TeilnehmerInnen sind somit in spielerischer Form aufgefordert, sowohl in der Gruppe, als auch persönlich neue Wege kennen zu lernen und zu erproben.

Vom Training zum Theaterstück

Die Kinder sind von Anfang an stets sowohl Spieler als auch Zuschauer und sammeln durch ständigen Perspektivenwechsel Erfahrungen hinsichtlich der Wirkung ihres Spiel wie vor einem richtigen Publikum. Der Umgang mit den räumlichen Bedingungen wie im "richtigen Theater" mit Bühne und Licht ergänzt die Liste der erworbenen Kompetenzen.

Einen hohen Stellenwert nimmt die Arbeit mit den Spielideen der Jugendlichen ein. Am Ende entsteht aus dem Fundus der erarbeiteten Improvisationen und den entwickelten Rollen das Stück auf der Basis der Ideen, die in der Gruppe entstanden sind, d.h.: Es wird gemeinsam aus allen bis dahin erschafften Szenen und Figuren ein Handlungsrahmen und daraus eine zusammenhängende Geschichte entwickelt, in der alle ihren Platz finden.


Wirkungen

So entsteht ein authentisches Werk aus der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen.

Während des Entstehungsprozesses, erweitert und vertieft sich für jeden einzelnen die Sichtweise und das Erleben seiner selbst und der anderen. So eröffnen sich neue Handlungsimpulse und Gestaltungsmöglichkeiten auf der Bühne und im Leben.

So werden über das Rollenspiel hinaus umfangreiche Fähigkeiten gefördert:

  • Sprachbeherrschung
  • Lesen
  • Schreiben
  • Kreieren von Ideen und Bildern sowie deren Umsetzung
  • Soziale Kompetenz
  • Verantwortung
  • Bildung des Ichs
  • Stärkung des Selbstwertes
  • Ethik
  • Körperbeherrschung

Das Ende und den Abschluss dieser Arbeit bilden eine öffentliche Aufführung sowie eine kleine Prüfung in den gelernten Bereichen.

Ausblick

Durch diese Arbeit haben Jugendliche eine zusätzliche Chance durch die künstlerische Kreativität, ihre Energien anders und neu auszudrücken. "Leistung" wird neu definiert: Sie erfahren Kreativität, Toleranz und Körperbewusstsein als persönliche Leistung und beginnen im Besten Fall, sich mit einem gestärkten Selbstbewusstsein für ihre berufliche Zukunft neu zu interessieren.

Selbstdarstellung

Die LAG Spiel und Theater in Schleswig-Holstein…

..ist inzwischen ein soziales Netzwerk, ein nicht verortetes Soziokulturelles- Bildungs- Zentrum in Schleswig- Holstein, das mit großer Kontinuität, bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung und personellen Besetzung, vielen Menschen jedweden Alters über das Medium der Schauspielarbeit das Erleben von gemeinschaftlichen und kreativen Handeln ermöglicht.

. Prämisse dieser Arbeit ist…

…Menschen ernst zunehmen und den Ausgangspunkt bei ihren Fähigkeiten und die Themen für ihr Spiel in ihrer Lebenswelt zu suchen und zu finden. „Ernst nehmen“ heißt zum einen, die Jugendlichen mit ihren Wünschen, Ängsten, Freuden, sprich: ihren Gefühlen kennen zu lernen und zu respektieren. Zum anderen heißt es aber auch, ihnen Aufgaben zu geben, an denen sie wachsen und sich im Umgang mit anderen erproben können. Sie ernst zu nehmen heißt ihnen einen kreativen, angstfreien Raum zu öffnen, indem sie sich und die Welt erforschen und entdecken können, ein Raum indem wir Erwachsene die Jugendlichen neu entdecken und erkennen dürfen, um sie angemessen in ihrer einmaligen Individualität zu fördern.

Vernetzung

Die LAG Spiel ist in Schleswig-Holstein seit über 30 Jahren ein fester Bestandteil der Förderung und Entwicklung der Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Schleswig- Holstein, mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet. Die LAG Spiel veranstaltet unter der pädagogischen Leitung von Gunhild Walter erfolgreich und einer großen Nachfrage gegenüber stehend ein festes, ganzjähriges Kursprogramm. Die LAG Spiel kooperiert darüber hinaus mit vielen Einrichtungen im Land, agiert und konzipiert Konzepte wie z.B. gewaltpräventive Maßnahmen in sozialen Brennpunkten; arbeitet in Schulen, mit Behindertenwerkstätten, Senioreneinrichtungen und steht im Austausch mit freien Theatern, Künstlern, etc.

Es bestehen somit umfassende Möglichkeiten zu weiteren Praktika und Hospitationen.

Konzept

Das theaterpädagogische Konzept baut auf über 15 Jahre kontinuierliche Erfahrungen in der Schauspielarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen auf. Das Konzept versteht sich als eine ganzheitliche interdisziplinäre Bildungsmethode, Kinder und Jugendliche fördernd und fordernd zu begleiten, um ihnen in einem altersgerechten und geschützten Raum zu ermöglichen, ihre eigenen inneren Bilder, ihr kreatives Potential und ihre eigene Spielerfigur zu entwickeln, um daraus in einer Gruppe ein gemeinsames künstlerisches Produkt zu kreieren.

Wir über uns

Schauspielkunst, als Lichtblick in der Bildungslandschaft

In über 30 Kurs- und Workshopveranstaltungen an über 90 Tagen im Jahr, von der Kinder- und Jugendschauspielarbeit, über die Förderung des Niederdeutschen Theater bis zum „Hip Hop“, von Kinderspiel- und Kreativangeboten, über Bildungsveranstaltungen, die Organisation von Kinderfesten, Gewaltpräventive kulturpädagogische Maßnahmen und, und, und…reicht das Angebot der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e.V. in Schleswig- Holstein, kurz LAG Spiel genannt. Unter diesem Kürzel verbergen sich qualifizierte und erfahrene Schauspielpädagogen, Künstler und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter, deren Ziel es ist Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Multiplikatoren die Ausübung der Schauspielkunst zu vermitteln. Die LAG Spiel organisiert seit über 30 Jahren erfolgreich ein ganzes Paket an Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Vor allem in den letzten 15 Jahren wurde das inhaltliche und konzeptionelle Profil der LAG durch die Schauspielpädagogin Gunhild Walter stetig weiter entwickelt.

Die LAG Spiel arbeitet inzwischen in einem stetig gewachsenen sozialen Netzwerk eng und konstruktiv mit Bildungsträgern, Schulen, Kindergärten, Behindertenwerkstätten- und Einrichtungen zusammen, überall mit dem Ziel durch die spezifische Schauspielarbeit die Menschen darin zu unterstützen ihre individuellen schöpferischen Fähigkeiten frei zu legen und Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft Alters übergreifend in einem kreativen Prozess zusammen zu bringen.

Trotz sinkender Förderung aus öffentlicher Hand, gibt es viele neue Projekte und Ideen, die wir gerade jetzt umsetzen werden und demnächst noch umsetzen wollen, für die wir natürlich immer Sponsoren und Förderer brauchen; aber die Erfolge in der praktischen Schauspielarbeit und der wachsende Zuspruch bei Eltern, Lehrern und Teilnehmern gibt uns die Kraft trotz knapper Mittel optimistisch und entschlossen nach vorn zu gehen. Seit einigen Jahren sind viele Ferien Schauspielwerkstätten hoffnungslos überlaufen. Allein für die Kindertheaterzeit in den Sommerferien gab es 146 Anmeldungen bei 31 Plätzen.

Seit vielen Jahren werden im Bereich der außerschulischen Bildung die Möglichkeiten eines „anderen Lernens“ erforscht. Spätestens seit der Pisa Debatte und der Medienaufarbeitung von Gewalt in der Schule wird verstärkt nach neuen Konzepten gesucht. Das speziell innerhalb der LAG Spiel entwickelte Lern- und Bildungskonzept, dass in einer Fortbildung über das Medium der Schauspielkunst umgesetzt wird, richtet sich an engagierte Pädagogen, die andere Wege des Miteinanders zwischen Pädagogen und Schülern gehen möchten. Erweitert wird die Schauspielschule für Kinder, die nun seit sechs Jahren besteht, mit einer neuen Klasse, ebenfalls unter der Leitung der renommierten Schauspielpädagogin und Theatermacherin Gunhild Walter. Es handelt sich um ein weiteres Kooperationsprojekt mit der Internationalen Jugendbildungsstätte Scheersberg.

Hervorzuheben ist die bevorstehende Gründung einer Jugendtheatergruppe mit dem Namen „Theater zwischen den Welten“, die von der LAG Spiel gefördert und gecoacht werden wird und ein „Drei- Generationen Schauspielprojekt“, dass jeweils zum Jahreswechsel in Koppelsberg bei Plön statt finden wird.

Ziel ist es darüber hinaus mittelfristig ein integratives Schauspielpädagogisches Zentrum in Angeln zu verorten, in dem durchaus verschiedene kreative Disziplinen, von Tanz über Musik, Komposition, bildender Kunst unter dem zusammenführenden Dach der Schauspielkunst ihren Platz finden sollen. Ein Schwerpunkt soll der integrative

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Die Meinung der Eltern :

Die erste „Berührung“ mit der Theaterwelt auf dem Scheersberg hatte unsere Tochter mit sechs Jahren. Sie besuchte den Wochenend-Workshop „Märchen“. Seit diesem Zeitpunkt hat sie das „Theater – und Theaterspielen“ nicht mehr losgelassen.

Regelmäßig hat sie mehrmals am Wochenende verschiedene Workshops besucht. Nach kurzer Zeit war dies nicht genug und es wurden in Oster - oder Herbstferien einwöchige Veranstaltungen belegt. Faszinierend ist festzustellen, welche Entwicklungen und Fortschritte Svenja während dieser Zeit gemacht hat. Die Kinder und Jugendlichen können sich in verschiedenen Rollen ausprobieren und ihre Vorstellungen und Interessen ausleben – und können bei Gunhild Walter nie etwas verkehrt machen. Sie lernen mit Phantasie und Kreativität in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Sie erfahren, wie wichtig die Gemeinschaft ist, und dass man sich auf seinen „Partner“ auf und hinter der Bühne verlassen muss und kann. Auch wenn man nicht auf der Bühne steht, gibt es viele verschiedene Aufgaben, die bewältigt und erledigt werden müssen. So sind schon Stücke selbst geschrieben oder umgeschrieben, neue Rollen hinzugefügt und auch ganz viel Improvisationstheater gespielt worden. Ich finde – eine große Herausforderung für Kinder und Jugendliche.

Wir sind froh, dass Svenja diesen Weg zum Theater und natürlich zu „Gundi“ gefunden hat und unterstützen diese Projekte tatkräftig. Theaterspielen macht einfach Spaß.

Fam. Käshammer, Sörup

Die Meinung der Akteure:

Ich verdanke der Arbeit von und mit Gundi sehr viel.

Das Theaterspielen mit anderen bei ihr spielerisch zu "lernen" und mich selber dadurch kennen zu lernen war und ist das schönste Geschenk das mir je jemand gemacht hat denke ich. Ohne dies Erfahrung wäre mein Leben um einiges leerer, ich denke das ist vorweg zu sagen.

Klar war es nicht leicht. Es ist nie leicht sich selber kritisch anzusehen. Und genau das tut man, man schaut in sich, denn nur wer sich selber kennt, kann eine Rolle überzeugend und konstant gut auf die Bühne bringen.

Die Theaterarbeit ist mittlerweile eine Art Reflektion meiner selbst. Ich lerne Facetten an mir kennen, die ich im Normalfall nie so wahrnehmen würde oder es würde mir der Mut fehlen dies zuzulassen.

Theater bei Gundi zu spielen bedeutet außerdem eine Möglichkeit zu haben sich auszuprobieren und an seine Grenzen zu gehen. Im Sommertheater sowohl physisch als auch psychisch.

Warum ich Zeit, Geld und Kraft opfere dafür?

Ich opfere diese Kraft ( ,Geld, etc.) nicht. Ich genieße vielmehr jeden Moment den ich mit den anderen zusammen diese wunderbaren Welten erschaffen darf. Ich genieße jeden Atemzug in diesem bunten Karussel der Möglichkeiten. Nirgendwo sonst war ich bis jetzt so frei zu tun was ich kann und etwas zu schaffen was einzigartig und wunderschön ist. Das ist kein Opfer, sondern Genuß.

Till Kühl (Monsignore Capulet/ Junker Tobias)

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Ich nehme Teil und bringe solche ""Opfer"", weil ich als Gegenleistung eine

wundervolle Zeit mit wundervollen Menschen bekomme.

Theater spielen bedeutet für mich ebenso Zeit mit sehr guten Freunden zu

verbringen, wie auch etwas zu erschaffen.

Das Gefühl zusammen etwas so großes zu erschaffen und danach auf seine

schmutzigen Hände zu blicken ist etwas, dem man nicht einfach mal auf seinem

gut behüteten Karriereweg begegnet.

Theater schaut sich die Dinge aus dem normalen Leben ab und deshalb kann es

manchmal auch eine Schule für das Leben sein.

Tobias Omernik

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Der Anfang des Sommertheaters war für mich ein Tag auf den ich mich das ganze Jahr gefreut habe, wie auf einen Geburtstag. Dieses Projekt und der dazu gehörige Kreis von tollen, lieben Menschen ist zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden und hat mich auch in meinem Alltag sehr oft inspiriert oder mir geholfen. Ich behaupte, dass die Theaterarbeit an jedem von uns ihre kleine, spezielle Note hinterlassen hat, ohne die wir jetzt nicht so sein würden wie wir sind.

Tammo Fröhlich

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Es ist ein unglaubliches Gefühl in einer Gruppe von so hochmotivierten Menschen zu sein. Alle WOLLEN wirklich etwas - ein Stück auf die Beine stellen - und es ziehen alle an einem Strang. Noch nie zuvor habe ich dieses Gefühl erlebt, dass wirklich alle hinter einer Sache stehen.

Veronika Schiftner

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Für mich ist das Sommertheater kaum beschreibbar! Man gibt sich in den drei Wochen vollkommen dem Stück und den Aufführungen hin. Man ist wie in einem Traum, bekommt kaum etwas von dem mit, was „draußen“ passiert. Man ist so sehr mit diesen wenigen Menschen verbunden, ob in Liebe, in Streit, im Stress oder in der puren Glückseligkeit, dass es am Ende sehr schwer fällt, wieder Abschied zu nehmen. Es ist eine intensive Arbeit und jeder hilft mit und lernt von allem ein bisschen. Auch wenn nicht immer alles glatt läuft und es auch mal zu Streitigkeiten kommt, so ist diese Zeit so voller Liebe und Spaß, dass man dieses nur zu gerne an das Publikum weiter gibt. Eine tolle Zeit!!

Jana Hübsch

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Sommertheater - die schönste und zugleich anstrengste Zeit des Jahres! Zusammen ein gemeinsames Ziel verfolgen und diesem mit jedem gelernten Text, jeder fertigen Szene und jedem Umbau der Bühne immer ein Stück näher rücken. Plötzlich ist es fertig und beim Proben, Spielen, Auf- und Umbauen, Lachen und Weinen vergeht die Zeit wie im Flug. Doch diese Zeit wird mir immer in Erinnerung bleiben, denn nirgendwo anders bekomme ich die Chance, mit so tollen Menschen etwas Großartiges auf die Bühne zu bringen, was nicht nur uns selbst, sondern auch das Publikum berührt!

Svenja Käshammer

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Theater; Sommertheater.

Theater bedeutet so vieles. Man bekommt einen Blick oder vielleicht könnte man auch sagen einen Sinn für die wundervollen Dinge des Lebens. Man lernt sich selbst und seinen Körper neu bzw. anders kennen. Man kann sich ausprobieren. Man kann über sich hinaus wachsen. Man lässt sich fallen. Man steht gemeinsam auf. Man berührt sich und man berührt auch hoffentlich das Publikum. Man begibt sich in eine „andere Zeit“ und eine „andere Welt“ – man ist nicht mehr „draußen am Leben beteiligt“ (was mir persönlich nichts ausmacht). Man lacht, weint und lebt mit einer Reihe von Menschen zusammen; und sei es 3 Wochen oder nur ein Wochenende. Man lernt auch die anderen kennen. Man übernimmt Verantwortung; für sich selbst und mit einem Teil auch für die Anderen; auf der Bühne sowie dahinter. Man teilt etwas mit einer Gruppe von wunderbaren Menschen – die Leidenschaft am Spiel, am Spaß, am Zeigen, am Probieren und natürlich am Theater. Man lebt gemeinsam. Und man erschafft etwas so wundervolles gemeinsam, das es in den Köpfen und Herzen der Menschen bleibt.

Das Theater und die Arbeit darum herum haben uns geprägt und prägen uns weiter. Immer wieder werden wir uns erinnern und jedes Mal mit einem Lächeln durch das Leben ziehen.

Lena Lappat

Hier entsteht für die Zuschauer die Möglichkeit über Ihren Theaterbesuch bei uns zu berichten. Gerne nehmen wir Anregungen an, um weitere Verbesserungen im Umfeld der Veranstaltung auszubauen.

Schreiben Sie bitte Ihre Nachricht über thezeit@gmx.de. Danke für Ihre Mitarbeit.